Jetzt neu: Die AV-Serie

Heute flatterte äußerst angenehme Post in unseren Briefkasten: Die neue Ausgabe der merz: Medien und Erziehung. Zeitschrift für Medien­pädagogik ist mit einem Auf­satz von uns zum von Karin Knop herausgegebenen Themenschwerpunkt „smart fernsehen“ erschienen.

merz August 2015

In unserem Artikel „Von der TV- zur AV-Serie. Produktions-, Distributions- und Rezeptions­formen aktueller US-Serien“ setzen wir uns mit der wachsen­den Zahl von Serien aus­einander, die nicht mehr zuvor­derst für das Medium Fern­sehen produziert werden. Deshalb scheint es uns an der Zeit, den Begriff „Fernseh- bzw. TV-Serie“ zu verab­schieden und durch eine treffen­dere Bezeich­nung zu ersetzen, die alle Serien abdeckt, mit denen sich Fernseh­wissen­schaftler­Innen momentan beschäf­tigen und die sie zueinander in Bezug setzen. Als kleinen Teaser dazu ein Zitat aus unserem Artikel:

Wir möchten aus diesem Grund [um den zu erfahren, sollte man dringend den Rest des Textes in der merz lesen! Anm. d. A.] von der audio­visuellen Serie sprechen. Der eben­falls noch zu umfassende Bedeutungs­spiel­raum dieser Bezeichnung muss jedoch funktional und analytisch sinn­voll einge­grenzt werden. Deshalb möchten wir ein zwei­stufiges Bestimmungs­modell vor­schlagen, das in einem ersten Schritt einen all­gemeineren Begriff im Kontext audio­visueller Erzählungen vor­sieht und in einem zweiten Schritt auf eine Eng­führung abzielt, die die Analyse bestimmter, formal vergleich­barer Serien­produktionen gewähr­leistet.
Unter der audio­visuellen Serie verstehen wir in Anlehnung an Christian Junklewitz und Tanja Weber (2008) Erzählungen, die aus zwei oder mehr Teilen bestehen, die durch eine verbin­dende Idee, ein Thema oder ein Konzept zusammen­gehalten werden und in audio­visuellen Medien vorkommen.
Da diese all­gemeine Bezeichnung ein viel zu heterogenes Feld umfasst, muss eine Auswahl nach vergleich­baren formalen und inhaltlich-strukturellen Kriterien erfolgen. Diese sind im Wesent­lichen die Unter­scheidung von fiktional und nicht-fiktional, die Akzentu­ierung einer zusammen­hängenden Erzählung mit Blick auf Figuren und ein inhaltlich-textuelles Erzähl­universum (Story­world) sowie vor allem die Beachtung produktions- und distributions­seitig bereits bestimmter Teil-Einheiten (gestaffelt). Darüber hinaus bezieht sich die Auswahl von audio­visuellen Serien für die Analyse, wie wir sie anstreben, nicht auf potentielle Endlos­formate (Daily Soap), sondern fokussiert das Erzählen mit Multi­plots und Schließungs­figuren. Zusammen­genommen und in Anbetracht der aktuellen medialen Transformations­prozesse möchten wir in einem nächsten Schritt folgende einge­grenzte Definition vor­schlagen: Die gestaffelte audio­visuelle Serie ist eine fiktionale audio­visuelle Erzählung, die sich durch Kohärenz in Figuren­ensemble und Story­world aus­zeichnet, mit Multiplots erzählt und von Beginn an als serielles Format mit (partieller) Finalität im Umfang von mehr als einer Staffel konzipiert und produziert wird. Infolge der verän­derten digitalen Publikations- und Produktions­zusammen­hänge erfolgt die Distribution und Rezeption über die medien­exklusive Erst­verwertung (im Fernsehen) hinaus zunehmend medien­übergreifend (TV, Web, DVD- und Blu-ray-Box).

Kirschbacher, Felix und Sven Stollfuß. 2015. „Von der TV- zur AV-Serie. Produktions-, Distributions- und Rezeptionsformen aktueller US-Serien.“ In merz: Medien und Erziehung. Zeitschrift für Medienpädagogik 59(4), S. 21-28.

Weber, Tanja und Christian Junklewitz. 2008. „Das Gesetz der Serie. Ansätze zur Definition und Analyse.“ In MEDIENwissenschaft 1, S. 13-31.

Workshop: Analyzing Audiovisual Series

This month, the editors of Lost in TV will be the organizers of a workshop dealing with audiovisual series and the question of how to analyze them in an academic context. From August 24th to August 25th, six scholars will share their individual perspective on different aspects of TV and other series.

What is an audiovisual series? How can it be understood, categorized, or historicized? How does the internet influence the production, distribution and reception of series? These and other questions will be engaged during the workshop “Analyzing Audiovisual Series” that will take place at the University of Mannheim at the end of the month. Sven and I have organized it and we already look forward to surely fascinating panels, examples, ideas, and discussions. Weiterlesen