Weekly on Netflix

 

BetweenScreenshot (© Netflix 2015)

Als Netflix im Jahr 2013 mit der ersten Staffel House of Cards die erste Eigenproduktion veröffentlichte – noch dazu en bloc –, war das Medienecho mehr oder weniger einhellig. Das krempele das Fernsehen grundlegend um, war hier wie dort zu lesen.

Meinen ersten Kontakt mit der Revolution aus dem Hause Netflix hatte ich damals in Köln. Felix und ich haben dort im März 2013 einen Vortrag zu aktuellen US-Serien an der internationalen Filmschule gehalten. Dabei ging es noch vornehmlich um HBO-Serien und vergleichbare Formate, die im Feuilleton wie auch in der Wissenschaft als ‚Quality-TV‘ rauf und runter gelobt wurden.

House of Cards also war da gerade erst publiziert. Die Serie fand ich von Anfang an grandios! Nicht nur Kevin Spacey überzeugt in seiner Rolle als machthungriger Francis Underwood, auch die schauspielerische Leistung von Robin Wright (als Claire Underwood) ist schlicht großartig. Zusam­mengenommen mit Erzählstil und Ästhetik ist die Serie fürwahr ein Highlight. Aber sollte das tatsächlich eine Revolution sein? Als Medien- und Fernsehwissenschaftler ist man von Haus aus schon immer misstrauisch, wenn die vermeintlich neuste Revolution aus dem Boden sprießt. Und wenn man sich dann noch mit US-amerikanischer Fernsehge­schichte auskennt und die vielen Verände­rungen (bzw. mehrfach prognostizierten fundamentalen Umbauten) im Zusammen­hang mit dem Wandel insbesondere der TV-Serie kennt, bleibt man erst einmal unbeeindruckt, abwartend.

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