Sheldon, Grissom, Bones & Co. – Wissenschaft in AV-Serien

Sheldon Cooper

Was haben aktuelle US-Serien mit Wissen­schafts­kommunikation zu tun? „Lost in TV“-Mit­begründer Sven Stollfuß stellte sich Studierenden im Studien­gang “Wissen­schaft – Medien – Kommunikation” (WMK) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) dieser und anderen Frage(n). Der Zusammen­schnitt des rund ein­stündigen Inter­views ist hier zu hören:

http://wmk-blog.de/2015/11/18/scicomm-2-dr-sven-stollfuss/

Don’t Count Your Chickens Before They Hatch! Fall Season 2015

As Felix wrote a couple of days ago, the first reviews of the fall season on US network television are already in and critics promising little for the weeks to come. But as Felix retorts:

Not every TV season can produce an outstanding, canonical series, and definitely not several. And the verdict on the overall evaluation of an AV series is not rendered at its beginning but its ending, just think about Lost or True Detective.

Well, that’s right, but also wrong (to some extent)! Let’s start with the latter.

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The early bird catches a small worm – Fall Season 2015

The first reviews of the fall season on US television are in and we couldn’t help but notice a trend: The new series seem to be rather boring. At least, that’s what most critics say. We will try to understand these evaluations in a two article-series and offer reasons why these assumptions are wrong or at least a bit simple. Felix will start, Sven will follow up.

In the last weeks, the first episodes of new network series aired with the beginning of the fall season, and you didn’t have to wait long for reviews already anticipating the outcome of the whole season like this one
http://www.npr.org/2015/09/22/442284698/5-tv-shows-to-watch-in-an-otherwise-uninspiring-fall-season
or this one
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/amerikas-fernsehserien-lassen-nach-13856883.html#GEPC;s6.
The overall verdict: This season – more or less – sucks. It’s more formulaic, more safe and, accordingly, less innovative and exciting. NPR’s Eric Deggans sums up the seemingly worst examples:

There are TV versions of old movies (Fox’s Minority Report, CBS’ Limitless), retreads of old hits (NBC’s Heroes Reborn) and new shows which seem like retreads of old hits (ABC’s Dallas-style soap opera Blood & Oil). (Deggans 2015)

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Jetzt neu: Die AV-Serie

Heute flatterte äußerst angenehme Post in unseren Briefkasten: Die neue Ausgabe der merz: Medien und Erziehung. Zeitschrift für Medien­pädagogik ist mit einem Auf­satz von uns zum von Karin Knop herausgegebenen Themenschwerpunkt “smart fernsehen” erschienen.

merz August 2015

In unserem Artikel „Von der TV- zur AV-Serie. Produktions-, Distributions- und Rezeptions­formen aktueller US-Serien“ setzen wir uns mit der wachsen­den Zahl von Serien aus­einander, die nicht mehr zuvor­derst für das Medium Fern­sehen produziert werden. Deshalb scheint es uns an der Zeit, den Begriff „Fernseh- bzw. TV-Serie“ zu verab­schieden und durch eine treffen­dere Bezeich­nung zu ersetzen, die alle Serien abdeckt, mit denen sich Fernseh­wissen­schaftler­Innen momentan beschäf­tigen und die sie zueinander in Bezug setzen. Als kleinen Teaser dazu ein Zitat aus unserem Artikel:

Wir möchten aus diesem Grund [um den zu erfahren, sollte man dringend den Rest des Textes in der merz lesen! Anm. d. A.] von der audio­visuellen Serie sprechen. Der eben­falls noch zu umfassende Bedeutungs­spiel­raum dieser Bezeichnung muss jedoch funktional und analytisch sinn­voll einge­grenzt werden. Deshalb möchten wir ein zwei­stufiges Bestimmungs­modell vor­schlagen, das in einem ersten Schritt einen all­gemeineren Begriff im Kontext audio­visueller Erzählungen vor­sieht und in einem zweiten Schritt auf eine Eng­führung abzielt, die die Analyse bestimmter, formal vergleich­barer Serien­produktionen gewähr­leistet.
Unter der audio­visuellen Serie verstehen wir in Anlehnung an Christian Junklewitz und Tanja Weber (2008) Erzählungen, die aus zwei oder mehr Teilen bestehen, die durch eine verbin­dende Idee, ein Thema oder ein Konzept zusammen­gehalten werden und in audio­visuellen Medien vorkommen.
Da diese all­gemeine Bezeichnung ein viel zu heterogenes Feld umfasst, muss eine Auswahl nach vergleich­baren formalen und inhaltlich-strukturellen Kriterien erfolgen. Diese sind im Wesent­lichen die Unter­scheidung von fiktional und nicht-fiktional, die Akzentu­ierung einer zusammen­hängenden Erzählung mit Blick auf Figuren und ein inhaltlich-textuelles Erzähl­universum (Story­world) sowie vor allem die Beachtung produktions- und distributions­seitig bereits bestimmter Teil-Einheiten (gestaffelt). Darüber hinaus bezieht sich die Auswahl von audio­visuellen Serien für die Analyse, wie wir sie anstreben, nicht auf potentielle Endlos­formate (Daily Soap), sondern fokussiert das Erzählen mit Multi­plots und Schließungs­figuren. Zusammen­genommen und in Anbetracht der aktuellen medialen Transformations­prozesse möchten wir in einem nächsten Schritt folgende einge­grenzte Definition vor­schlagen: Die gestaffelte audio­visuelle Serie ist eine fiktionale audio­visuelle Erzählung, die sich durch Kohärenz in Figuren­ensemble und Story­world aus­zeichnet, mit Multiplots erzählt und von Beginn an als serielles Format mit (partieller) Finalität im Umfang von mehr als einer Staffel konzipiert und produziert wird. Infolge der verän­derten digitalen Publikations- und Produktions­zusammen­hänge erfolgt die Distribution und Rezeption über die medien­exklusive Erst­verwertung (im Fernsehen) hinaus zunehmend medien­übergreifend (TV, Web, DVD- und Blu-ray-Box).

Kirschbacher, Felix und Sven Stollfuß. 2015. “Von der TV- zur AV-Serie. Produktions-, Distributions- und Rezeptionsformen aktueller US-Serien.” In merz: Medien und Erziehung. Zeitschrift für Medienpädagogik 59(4), S. 21-28.

Weber, Tanja und Christian Junklewitz. 2008. “Das Gesetz der Serie. Ansätze zur Definition und Analyse.” In MEDIENwissenschaft 1, S. 13-31.

Workshop: Analyzing Audiovisual Series

This month, the editors of Lost in TV will be the organizers of a workshop dealing with audiovisual series and the question of how to analyze them in an academic context. From August 24th to August 25th, six scholars will share their individual perspective on different aspects of TV and other series.

What is an audiovisual series? How can it be understood, categorized, or historicized? How does the internet influence the production, distribution and reception of series? These and other questions will be engaged during the workshop “Analyzing Audiovisual Series” that will take place at the University of Mannheim at the end of the month. Sven and I have organized it and we already look forward to surely fascinating panels, examples, ideas, and discussions. Continue reading

Netflix und der Tod des Fernsehens

Letzte Woche nahm Sven die Netflix-Kopro­duktion Between zum Anlass, die jüngere Geschichte – und ins­besondere das original programming – des Streaming-Unter­nehmens Revue passieren zu lassen und rief am Ende die „Revolution“ aus. Deshalb nun ein leises „Nicht so schnell…“ von mir hinterher.


„Da kann das (Programm­medium) Fernsehen schlicht nicht mehr mit­halten. Und so muss ich es schließ­lich einfach eingestehen: es war doch eine Revolution, damals: Anfang 2013!“ Mit diesem Ausruf endet Svens Plädoyer für die Innovations­kraft von Netflix, das Unternehmens­mitgründer Reed Hastings auf die Spitze treibt:

Heute sieht jeder Mensch auf der Welt das alte, lineare Fernsehen. In den nächsten 20 Jahren wird Internet-TV immer weiter wachsen und das lineare Fernsehen ersetzen. So wie das Handy das Festnetz-Telefon ersetzt hat. (Reed Hastings im Interview mit Bild)

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Weekly on Netflix

 

BetweenScreenshot (© Netflix 2015)

Als Netflix im Jahr 2013 mit der ersten Staffel House of Cards die erste Eigenproduktion veröffentlichte – noch dazu en bloc –, war das Medienecho mehr oder weniger einhellig. Das krempele das Fernsehen grundlegend um, war hier wie dort zu lesen.

Meinen ersten Kontakt mit der Revolution aus dem Hause Netflix hatte ich damals in Köln. Felix und ich haben dort im März 2013 einen Vortrag zu aktuellen US-Serien an der internationalen Filmschule gehalten. Dabei ging es noch vornehmlich um HBO-Serien und vergleichbare Formate, die im Feuilleton wie auch in der Wissenschaft als ‚Quality-TV‘ rauf und runter gelobt wurden.

House of Cards also war da gerade erst publiziert. Die Serie fand ich von Anfang an grandios! Nicht nur Kevin Spacey überzeugt in seiner Rolle als machthungriger Francis Underwood, auch die schauspielerische Leistung von Robin Wright (als Claire Underwood) ist schlicht großartig. Zusam­mengenommen mit Erzählstil und Ästhetik ist die Serie fürwahr ein Highlight. Aber sollte das tatsächlich eine Revolution sein? Als Medien- und Fernsehwissenschaftler ist man von Haus aus schon immer misstrauisch, wenn die vermeintlich neuste Revolution aus dem Boden sprießt. Und wenn man sich dann noch mit US-amerikanischer Fernsehge­schichte auskennt und die vielen Verände­rungen (bzw. mehrfach prognostizierten fundamentalen Umbauten) im Zusammen­hang mit dem Wandel insbesondere der TV-Serie kennt, bleibt man erst einmal unbeeindruckt, abwartend.

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Call for Book Chapter Proposals: True Detective

In 2014 Matthew McConaughey (as Detective Rust Cohle) and Woody Harrelson (as Detective Marty Hart) captivated television viewers (and critics alike) with their outstanding performance in the anthology serial True Detective (HBO). In April, HBO released the first footage of the second season starring Colin Farrell, Vince Vaughn and Rachel McAdams. We are looking forward to it!

Compatible with this, there is a Call for Book Chapter Proposals, “Would That They Had Eyes To See”: Essays on HBO’s True Detective. Here is an excerpt from the CfP: “This project seeks to further develop our understanding of this show, exploring it from diverse perspectives and lenses. The chapters presented in it are intended to explore a wide range of ideas that examine and dissect True Detective. Because isn’t it about time someone started asking the right f***ing questions?” Well … that is so true.

CfP: The Good Wife

While most culture and media sections in German newspapers and, unfortunately, some TV scholars still declare HBO series (and its closest relation, the Showtime series, it just has to be premium cable) to be the best form of serial narration or of the ominous ‚Quality TV‘. However, tides are changing and American network television is considered once more in regard to fascinating series. No wonder, you’d just have to think of the data protection and post-humanism series Person of Interest or the innovative series/serial hybrid The Good Wife. The journal Television and New Media dedicates a special issue to the latter stating “Responding to the focal shift in current television scholarship away from broadcast television, we seek proposals that are interested in reconsidering the role of broadcast television in the post-network era […]”. We are very excited about this call and look forward to hopefully interesting articles.

CFP: The Good Wife (CBS 2008 – ) a special issue of the journal Television and New Media

Gastbeitrag: Drei Tage Arbeit und Vergnügen – 28. FFK in Mannheim

Ende März fand das Film- und Fernseh­wissenschaftliche Kolloquium in Mann­heim statt, und da wir an der Orga­nisation betei­ligt waren, wollten wir nicht selbst einen Tagungs­bericht schreiben. Umso mehr freut es uns, mit Lea Kaiser, Jana Schröpfer und Laura Tölle drei Gast­autorinnen gewonnen zu haben.

Als Besucher­innen und studen­tische „Background-Helfer­innen“ hatten wir das Ver­gnügen, am 28. Film- und Fernseh­wissen­schaftlichen Kollo­quium (FKK) teil­zu­nehmen, das vom 30.03. bis 01.04.2015 in Mann­heim tagte. Das FFK, das nach 1991 und 2005 bereits zum dritten Mal an der Uni­versi­tät Mann­heim statt­fand, wurde von einigen Mit­arbeitern und Mit­arbeiter­innen des Instituts für Medien- und Kommunikations­wissen­schaft organisiert – darunter Madeline Dahl, Sophie Einwächter, Andreas Wagen­knecht und Anja Peltzer sowie die Lost in TV-Betreiber Felix Kirschbacher und Sven Stollfuß. Die jähr­lich statt­findende Tagung, die vor allem auf den aka­demischen Mittel­bau und Nach­wuchs­wissen­schaftler­Innen aus­ge­richtet ist, bietet den Teil­nehmer­Innen eine Platt­form, ihre der­zeitigen Forschungs­projekte zu präsen­tieren und im Plenum zur Diskussion zu stellen. Die Organisator­Innen stellten in diesem Sinne verschie­dene interes­sante Panels zusammen, die einen thema­tischen Rahmen für die diversen Forschungs­interessen der Teil­nehmer­Innen boten. Begleitet wurden die Vorträge (samt Diskussions­runden) von spannenden Work­shops, die eben­falls von den Mit­arbeiter­Innen des Instituts für Medien- und Kommunikations­wissen­schaft geleitet wurden.

Nach­dem die Veran­stalter allen ein herz­liches Will­kommen gewünscht hatten, gab der geschäfts­führende Direktor des Instituts für Medien- und Kommunikations­wissenschaft einen kurzen Über­blick über die Forschungs- und Lehr­schwer­punkte des Instituts sowie über die Historie der Stadt Mann­heim – eine Stadt, die laut ihm verschie­dene Pole vereine: Tradition und Moderne sowie Arbeit und Genuss bzw. „Arbeit und Vergnügen“. Letzteres setzte sich schnell als Leit­spruch für das dies­jährige FFK durch, das neben infor­mativen Vor­trägen auch genug Raum für ungezwungene get-togethers ließ.

Der geschäftsführende Direktor des Instituts für Medien- und Kommunikationswissenschaft Hartmut Wessler begrüßt die BesucherInnen des FFKs

Der geschäftsführende Direktor des Instituts für Medien- und Kommunikationswissenschaft Hartmut Wessler begrüßt die BesucherInnen des FFKs

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